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Trinkwasser wird knapp – Stadt erlässt Verordnung für Hahlen und Minderheide


Das Trinkwasser im Bereich des Wasserbeschaffungsverbandes (WBV) Amt Hartum wird knapp. In Minden beziehen fast alle Haushalte der Stadtbezirke Hahlen und Minderheide ihr Trinkwasser von diesem Verband. Dieser bekommt das Produkt überwiegend vom Wasserbeschaffungsverband „Am Wiehen“. Aus diesem Grund hat die Stadt Minden am Dienstag, 23. Juni, - wie bereits gestern die Kommunen Hille, Löhne, Bad Oeynhausen und Hüllhorst - eine Ordnungsbehördliche Verordnung erlassen, die es ermöglicht, in Hahlen und Minderheide die Verschwendung von Trinkwasser, mit Bußgeldern zu ahnden.

Die Verordnung ist ab dem 24. Juni 2026 rechtswirksam. Auf den Grundstücken in Hahlen und Minderheide ist es ab morgen, Mittwoch, untersagt, Wasser aus dem öffentlichen Netz zum Sprengen, Berieseln und Begießen von Rasenflächen und Ziergärten, Kübeln sowie zum Abspritzen von Terrassen und Wegeflächen zu verwenden. Das Verbot gilt auch für das Befüllen von Behältern, privaten Pools und Schwimmbecken sowie für das private Waschen von Fahrzeugen und Anhängern (ausgenommen sind gewerbliche Betriebe wie Waschgaragen/-straßen).

Die Trinkwasserampel im Versorgungsgebiet des WBV Amt Hartum steht bereits seit dem 18. Juni auf „Rot“. Trotz dringender Appelle, Trinkwasser zu sparen, seien die Verbräuche nicht zurückgegangen. Das beklagten gestern in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz Verantwortliche aus den weiteren betroffenen Kommunen.

„Die Lage ist sehr ernst“, macht auch Bürgermeister Peter Kock deutlich. Im Versorgungsgebiet des Wasserbeschaffungsverbandes werde täglich mehr Wasser verbraucht, als abgegeben werden kann. Zukäufe seien notwendig, aber auch das Potential ist ausgeschöpft, weil in anderen Versorgungsgebieten die Ampeln ebenfalls auf „Gelb“ oder gar „Rot“ stünden. Die Mindener Stadtwerke bzw. die Mindener Wasser GmbH haben am 18. Juni zum Wassersparen aufgerufen und ihre Ampel auf „Gelb“ gestellt.

Bereits am Donnerstag vergangener Woche erreichte die tägliche Trinkwasserabgabe im Gebiet des Wasserbeschaffungsverbandes „Am Wiehen“ rund 20 Millionen Liter. Am Freitag stieg der Wert sogar auf mehr als 20,2 Millionen Liter. Selbst am Sonntag wurden trotz etwas kühlerer Temperaturen und zwischenzeitlicher Regenfälle noch knapp 19,9 Millionen Liter verbraucht.

„Auch die Stadt Minden sieht sich aufgrund dieser Lage gezwungen, Trinkwasserverschwendung in den Stadtbezirken Hahlen und Minderheide zu ahnden“, sagt die Erste Beigeordnete Daniela Giannone. Zuwiderhandlungen können nun auch in Minden mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro belegt werden. Giannone kündigte stichpunktartige Kontrollen der Ordnungsbehörde an.

Für den Erlass der Ordnungsbehördlichen Verordnung war eine Dringlichkeitsentscheidung notwendig. Diese haben am heutigen Dienstag Bürgermeister Peter Kock und Dr. Konrad Wincker unterzeichnet. Rechtsgrundlagen für eine Dringlichkeitsentscheidung sind § 60 Abs. 1 S. 2 der Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen und § 7 der Hauptsatzung der Stadt Minden. Die Dringlichkeitsentscheidung wird der Stadtverordnetenversammlung in ihrer nächsten Sitzung am 2. Juli zur Genehmigung vorgelegt.

Weiter Trinkwasser sparen
Alle Bürger*innen sind nicht nur draußen, sondern auch beim Verbrauch in den Haushalten angehalten, Trinkwasser zu sparen, so die Stadt Minden. Grundsätzlich gilt: Jeder eingesparte Liter Wasser trage dazu bei, dass nicht nur der Geldbeutel geschont wird, sondern dass dieses wertvolle Lebensmittel auch noch weiterhin in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Jeder Einzelne könne einen kleinen Beitrag dazu leisten, so Bürgermeister Peter Kock.

Folgende effektive Beispiele nennt die Mindener Wasser GmbH: Kurz Duschen anstatt baden, Wassersparaufsätze für Dusche und Wasserhähne (Perlatoren) verwenden, Wasserhahn beim Zähneputzen und Einseifen abstellen, Sparprogramme bei Geschirrspülern und Waschmaschinen nutzen und diese nur voll beladen anstellen. Obst und Gemüse kann wassersparend in einer Schüssel gespült werden. Das Restwasser kann zum Blumengießen verwendet werden. Wenn möglich, sollte Regenwasser aufgefangen und zum Gießen von Pflanzen genutzt werden.