Stadtentwicklung

Wandeltage 2022: Stadt Minden setzt sich mit „Leben am Wasser“ auseinander


In diesem Jahr gibt es zum vierten Mal die regionalen Nachhaltigkeitstage, die Wandeltage. Sie starten am 26. August. Bis zum 4. September gibt es zahlreiche Projekte und Aktionen. Ziel ist es den Nachhaltigkeitsgedanken in der Region zu stärken.

Die Stadtverwaltung Minden setzt sich zu den Wandeltagen mit den beiden Nachhaltigkeitszielen Nummer 14 „Leben unter Wasser“ und Nummer 15 „Leben an Land“ – kurz „Leben am Wasser“ – auseinander. Die Sustainable Development Goals, kurz SDG, wurden 2015 von den Vereinten Nationen beschlossen. Im Zeitraum vom 29. August bis zum 2. September gibt es in Minden Mitmachaktionen, Vorträge und Führungen rund um das Leben am Wasser.

Das erste, was den meisten Menschen zu Minden einfällt, ist die Weser. Sie durchfließt die Stadt und prägt das Leben hier seit über 1300 Jahren. Und für viele, die hier wohnen, ist sie auch das größte Plus der Stadt. Doch das Leben am Wasser hat auch Schattenseiten: Hochwasser kann verheerende Folgen haben. Deshalb ist der Hochwasserschutz ein zentrales Thema der Stadtplanung.

Das Mindener Museum beleuchtet am Dienstag, 30. August, einmal 12.45 Uhr bis 13.15 Uhr und 16.30 Uhr bis 17 Uhr in zwei Museumsgesprächen das „Hochwasser in Minden – Jahrhundertfluten und andere Überschwemmungen“. Dort wo heute Minden liegt, bildete das breite und flache Flussbett der Weser eine Furt. Menschen konnten den Fluss leicht und gefahrlos überqueren. Die Lage an diesem verkehrsgünstigen Knotenpunkt stellte jedoch stets eine natürliche Gefahrenquelle dar. Neben regelmäßigen jahreszeitlichen Überschwemmungen wurde die Stadt immer wieder von so genannten „Jahrhundertfluten“ überrascht. Die Besucher*innen erfahren bei einem rund 30 minütigen Gespräch unter anderem, was 1342 bei der großen „Magdalenenflut“ geschah, seit wann es eine steinerne Weserbrücke gibt und welche Objekte sich aus dem häufig überschwemmten ehemaligen Mauritiuskloster erhalten haben.

Um vorherige Anmeldung wird telefonisch unter +49 571-9724020 oder per E-Mail an museum@minden.de gebeten. Die Teilnehmer*innenzahl ist auf jeweils maximal zehn Personen beschränkt. Im Museum ist außerdem das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes weiterhin erforderlich.

Auch wirtschaftlich ist das Leben am Wasser bedeutsam. Seit Jahrhunderten ist die Weser einer der wichtigsten Transportwege der Stadt. Fischerei und Wasserhandelswege haben Minden geprägt. Neben der Weser gibt es im Stadtgebiet noch viele weitere Bachläufe und Gewässer, wie den Mittellandkanal, den Osterbach, die Bückeburger Aue oder den Grundbach, die sich ebenfalls zu entdecken lohnen.

Zum Auftakt der diesjährigen Wandeltage lädt die Stadtverwaltung Minden in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Minden-Bad Oeynhausen zu einer Podiumsdiskussion ein unter dem Titel „Leben am Wasser“: nachhaltig und zukunftssicher?. Vertreter*innen aus Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft diskutieren unter anderem: Was wird unternommen, um unsere Wasser-Ökosysteme zu schützen? Und was kann jede und jeder einzelne tun, damit auch in Zukunft „Leben am Wasser“ möglich ist? Los geht es am Montag, 29. August um 18 Uhr im Kleinen Theater am Weingarten (Königswall 97, 32423 Minden). Fragen und Anmerkungen sind ausdrücklich gewünscht. Anmelden kann man sich ab sofort über die Internetseite der VHS Minden-Bad Oeynhausen: https://www.vhs-minden.de/programm/minden/politik-gesellschaft-umwelt-paedagogik/kurs/Wandeltage-2022-Leben-am-Wasser-nachhaltig-und-zukunftssicher/VM10012#inhalt

Der Meeresschutz als wichtiges Ziel des SDG 14 spielt in Minden nur eine mittelbare Rolle. Dennoch ist es in unserer aller Interesse, die Meere zu schützen und vor allem Plastikmüll zu vermeiden. Das Unterziel 14.1 Reduzieren Sie die Meeresverschmutzung steht hier im Mittelpunkt. Anregungen dazu gibt der Workshop des BUND „Gegen Plastikmüll im Meer“ am 30. August in der Stadtbibliothek: Hier lernen Sie, wie Sie Haushaltsreiniger selbst herstellen und dabei schädliche Chemikalien und Plastikmüll vermeiden. Als Verbraucher*innen können wir alle etwas dazu beitragen, Umwelt und Ressourcen zu schonen. Alternativen entdecken und Körperpflege- und Reinigungsmittel selbst herstellen heißt es in diesem Workshop.

Die Teilnehmer*innen sind auf zehn Personen begrenzt, aus dem Grund ist eine schnelle Anmeldung unter https://www.minden.de/:viewer/kalender/stadtbibliothek/2022-08-30-plastik-weniger-ist-meer/43690:0 wichtig. Eine Teilnahmegebühr gibt es nicht, aber eine Spende für die verwendeten Materialien ist erwünscht. Außerdem lädt ein Büchertisch in der Stadtbibliothek dazu ein, das Thema zu vertiefen.

Das SDG 15 steht am Freitag, 2. September, im Fokus: Die Erhaltung und Wiederherstellung von Süßwasserökosystemen (Unterziel 15.1) ist ein wichtiges Anliegen und tägliches Geschäft der SBM. Weser, Mittellandkanal, Osterbach, Bückeburger Aue oder Grundbach – eine Vielzahl unterschiedlicher Gewässer durchfließt Minden. Eines davon steht beim Spaziergang am 2. September im Mittelpunkt und zwar die Bastau. Die Bastau ist mit einer Länge von rund 20 Kilometern und einem Einzugsgebiet von 113 Quadratkilometern der größte Nebenfluss der Weser in Minden.

Die SBM gestalten einen Abschnitt von 1,5 Kilometern von der Ringstraße bis nahe der Wettinerallee. Nicht nur Flora und Fauna sondern auch die Menschen sollen sich hier wohlfühlen. Ziel ist ein naturnahes, ökologisch und chemisch gesundes Gewässer. Was genau passiert an der Bastau? Warum wird das überhaupt gemacht? Wer ist dafür zuständig? Was haben die Mindener*innen davon? Diese und andere Fragen klärt Ralf Rochell bei einem geführten Spaziergang an der Bastau in Minden-Rodenbeck. Der Experte für Abwasser und Gewässer zeigt vor Ort, was die SBM mit dem Auenbereich vorhaben. Los geht es um 14 Uhr in Minden-Rodenbeck (Nähe der Käthe-Kollwitz-Realschule), Piwittskamp 38, 32429 Minden. Anmelden kann man sich für den Spaziergang online unter https://beteiligung.nrw.de/portal/minden/startseite.

Aal, Hecht, Steinbeißer, Brasse oder Gründling– das sind ein paar der Fischarten, die in der Mindener Bastau leben. Das Ökosystem Bastau hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Welche Entwicklungen sind zu beobachten? Sind Arten hinzugekommen oder verschwunden? Und was ist mit der übrigen Tierwelt unter Wasser, z.B. Bachflohkrebsen oder Muscheln? Antworten auf diese und andere Fragen rund um das Thema Gewässerökologie der Bastau finden die Schüler*innen des Ratsgymnasiums. Sie stellen an ihrer naturkundlichen Station im Glacis ihre Untersuchung vor und erklären was es mit dem Fischaufstieg auf sich hat.

Die Jugendlichen zeigen, welche Fische sich in der Bastau tummeln und was zum Schutz und zur Verbesserung des Lebensraums noch zu tun ist. Darüber hinaus können interessierte Mindenerinnen und Mindener am Infostand ihre Fragen zum Leben im Wasser loswerden oder in Wannen und Aquarien vor Ort einen Blick auf die Artenvielfalt werfen. Die Schüler*innen sind am Donnerstag, 1. September von 12 Uhr bis 18 Uhr an der Weserpromenade (im Bereich der Wehrschwelle der Bastau) zu finden. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Das Unterziel 15.5 Schützen Sie die biologische Vielfalt und die natürlichen Lebensräume ist Thema einer Stadtführung an der Weser, zu der im Rahmen der Wandeltage die Minden Marketing GmbH einlädt. In einer ca. zweistündigen Führung wird mit dem Besuch des Informationszentrums eine räumliche Einordnung des Mindener Wasserstraßenkreuzes anhand von Modellen, Grafiken und Kartenvorgenommen. Sie besichtigen die neue Weser-Schleuse und die historische Schachtschleuse. Die Führung findet am Mittwoch, 31. August, 15 Uhr bis 17 Uhr statt. Sie dauert etwa 120 Minuten. Die Führung ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist über das Portal https://beteiligung.nrw.de/portal/minden/startseite notwendig.

Ein kulturgeschichtliches Denkmal der besonderen Art – Mindens alter Friedhof mit dem botanischen Garten birgt etwa 5,5 Hektar kostbare Grünfläche und ist zur Grabstätte vieler berühmter Persönlichkeiten des preußischen Mindens geworden. Auf dem Alten Friedhof der Stadt findet sich ein wichtiger Teil Mindener Geschichte, mit Wurzeln bis ins Mittelalter: Von alten Adelsfamilien über hoch dekorierte Militärs zu Bürgermeistern, Künstlern und Kaufleuten liegt ein Spiegelbild der Mindener Gesellschaft des 19. Jahrhunderts auf dem Alten Friedhof begraben. Lassen Sie sich von ihrem Gästeführer über das großzügige Areal führen und erfahren Sie mehr über die Geschichte. Die Führung beginnt am Mittwoch, 31. August um 16.30 Uhr und dauert rund 90 Minuten. Sie ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist über das Portal https://beteiligung.nrw.de/portal/minden/startseite notwendig.

Alle Infos zu den Aktionen, Gesprächen und Projekten und wie und wo man sich anmeldet gibt es online unter www.minden.de/nachhaltigkeit.

 Informationen zu den Wandeltagen
Die Wandeltage sind eine Initiative des Nachhaltigkeits-Netzwerks 17plus und werden von der Mindener Stadtverwaltung unterstützt. Sie bieten die Möglichkeit über eine sozial-gerechte und ökologisch nachhaltige Gestaltung unserer Zukunft nachzudenken sowie die Menschen zu informieren und zu inspirieren.

Auf der Wandelkarte können sich Akteur*innen, Unternehmen, Projekte und Initiativen eintragen, wenn sie – privat, ehrenamtlich oder kommerziell – einen Beitrag zu einer fairen, ökologischen, gemeinwohl-orientierten Gegenwart und Zukunft leisten wollen. Das vorgestellte Angebot kann so von den Menschen in und außerhalb der Region Minden-Lübbecke leichter gefunden werden. Auch über die Wandeltage hinaus bleibt die Wandelkarte bestehen, sodass sie weiterhin als eine Angebotskarte genutzt werden kann, um so Akteure und Angebote zum Thema Nachhaltigkeit sichtbar zu machen. 

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