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Vorsorge bei Starkregen

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    Was sind Starkregenereignisse?

    Starkregenereignisse treten meist in den Sommermonaten auf. Es handelt sich um Regenereignisse, bei denen in kurzer Zeit, meist innerhalb weniger Minuten bis Stunden, außergewöhnlich große Niederschlagsmengen auftreten.

    Infolge der Erderwärmung hat in den letzten Jahren die Häufigkeit und Intensität dieser Ereignisse zugenommen. Im Gegensatz zu Hochwasserereignissen sind diese Ereignisse nicht auf das Umfeld von Gewässern begrenzt, sondern können überall auftreten. Das städtische Kanalnetz kann die auftretenden Wassermassen bei einem Starkregenereignis nicht aufnehmen. Deshalb ist es wichtig, dass alle Bürger*innen und vor allem Hauseigentümer*innen vorsorgen und sich vor Starkregenereignissen schützen.

    Erfahren Sie hier, wo Sie sich über Starkregenereignisse informieren und welche Schutzmaßnahmen Sie selbst ergreifen können. 

    • Was ist Starkregen und wie entsteht er?

      Starkregen entsteht durch bestimmte atmosphärische Bedingungen. Warme Luft kann große Mengen Wasserdampf aufnehmen. Wenn diese feuchte Luft durch starke vertikale Bewegungen schnell in höhere Luftschichten aufsteigt, kühlt sie dort rasch ab. Der Wasserdampf kondensiert und es bilden sich große Regentropfen, die in kurzer Zeit in hoher Konzentration zu Boden fallen.

      Treffen die Niederschläge auf ausgetrocknete oder stark versiegelte Flächen, kann das Wasser kaum versickern. Es fließt oberirdisch ab, sammelt sich schnell in tiefer gelegenen Bereichen und überfordert die örtliche Entwässerung.

      Um Starkregenereignisse besser einordnen zu können, wurde der sogenannte Starkregenindex (SRI) entwickelt. Ähnlich wie eine Erdbebenskala kombiniert er verschiedene Faktoren wie Regenmenge, Häufigkeit und Auswirkungen. Der SRI umfasst zwölf Stufen und hilft dabei, die Intensität einzelner Ereignisse besser zu bewerten.

      Illustration Starkregenindex



      Wenn Sie wissen möchten, wann in Minden ein Starkregenereignis aufgetreten ist und wie es im Starkregenindex eingeordnet wurde, finden Sie Informationen unter: LAWA - Starkregendokumentation - Tabelle

    • Wie sehr bin ich von Starkregen betroffen?

      Besonders gefährdet durch Starkregen sind städtische Gebiete mit vielen versiegelten Flächen sowie Gebäude, die in Senken oder an Hängen liegen. In diesen Bereichen kann das Wasser nur sehr langsam oder gar nicht versickern und abfließen. Die Folge sind Überflutungen oder Sturzfluten, die erhebliche Schäden an privatem und öffentlichem Eigentum verursachen können.

      Mit der Hochwasser App NRW bekommen Sie eine schnelle Einschätzung zur Gefährdung Ihres Hauses. Sie erhalten einen Überblick über möglicherweise auftretende Überflutungen und anhand eines Fragebogens werden potenzielle Schwachstellen Ihres Hauses aufgezeigt. Die Ergebnisse können Sie als PDF-Dokument herunterladen. Die Seite bietet zudem weitere Möglichkeiten, um sich rund um das Thema zu informieren.

      Wenn Sie bereits in der Vergangenheit von Starkregen betroffen waren, ist es hilfreich, Ereignisse gut zu dokumentieren. Halten Sie mit Fotos fest, wo das Wasser steht, wie es auf Ihr Grundstück gelangt und in welche Richtung es abfließt. Diese Informationen erleichtern die Beratung zu geeigneten Vorsorgemaßnahmen und helfen dabei, gezielt Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

    • Wie werde ich vor Starkregen gewarnt?

      Der Deutsche Wetterdienst (DWD) unterscheidet bei Starkregen drei Stufen:

      •        Starkregen: 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde

      •        Heftiger Starkregen: 25 bis 40 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde

      •        Extrem heftiger Starkregen: mehr als 40 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde.

      Da Starkregenereignisse sehr plötzlich entstehen, sind sie schwer vorherzusagen. Die Vorwarnzeit ist meist sehr kurz, sodass Betroffene häufig überrascht werden.

      Um frühzeitig gewarnt zu sein, empfiehlt sich die Nutzung von Warn-Apps wie NINA, KATWARN oder WarnWetter des DWD. Diese informieren Sie aktuell und standortbezogen darüber, ob eine Gefährdung durch Starkregen in Ihrer Umgebung besteht.

    • Wie verhalte ich mich bei Starkregen?

      Wenn bei Starkregen Sturzfluten oder starke Überflutungen entstehen, kann dies zu lebensgefährlichen Situationen führen. Besteht akute Gefahr, rufen Sie umgehend die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112.

      Wie Sie sich verhalten, damit gefährliche Situationen erst gar nicht entstehen oder wie Sie für andere Krisen vorsorgen erfahren Sie auf den Seiten der Feuerwehr Minden zum Thema Krisenvorsorge, des  Bundeamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und im Naturgefahrenportal des Deutschen Wetterdienstes.

    • Welchen Schäden können bei Starkregen an Gebäuden entstehen?

      Starkregen kann erhebliche Schäden an Gebäuden verursachen, insbesondere dann, wenn größere Wassermengen unkontrolliert auf das Gebäude einwirken oder in dieses eindringen. Besonders gefährdet sind tieferliegende Bereiche wie Keller oder Erdgeschosse.

      Es gibt verschiedene Wege, auf denen Wasser ins Haus gelangen und dort Schäden anrichten kann.   

      • Ein Risiko besteht durch Rückstau aus der Kanalisation, wenn bei Überlastung Abwasser aus dem Kanal in das Haus zurückgedrückt wird.

      • Problematisch ist es, wenn Dachrinnen oder Fallrohre verstopft sind. In solchen Fällen schießt das Regenwasser über die Rinne hinweg, läuft an der Fassade entlang und gelangt in empfindliche Bereiche oder Gebäudeöffnungen. Regelmäßige Wartung und Kontrolle der Dachentwässerung sind deshalb wichtige Vorsorgemaßnahmen.

      • Oberflächenwasser kann bei Starkregen zum Problem werden, wenn es durch Tür- oder Fensteröffnungen, Kellerlichtschächte oder tiefgelegene Garagen in das Gebäude eindringt.

      • Grundwasser kann über undichte Fugen oder nicht fachgerecht abgedichtete Hausanschlüsse eindringen, beispielsweise an Stellen, an denen Rohre oder Kabel durch die Kellerwand geführt werden.

      • Kapillarwasser kann in der Wand aufsteigen und langfristig Feuchtigkeitsschäden verursachen.

      • Häufig dringt Wasser als aufstauendes Sickerwasser durch die Kellerwände oder die Kellersohle ein.
    • Wie kann ich mein Haus vor Starkregen schützen?

      Folgende Maßnahmen können Ihr Haus vor Starkregen schützen:

      •  Einbau einer Rückstausicherung gegen Wasser aus der Kanalisation.
      •  Regelmäßige Reinigung von Dachrinnen und Fallrohren.
      •  Aufkantungen an Lichtschächten und Kellerzugängen.
      •  Mobile Schutzsysteme wie Fensterklappen oder Türbarrieren.
      •  Abdichtung von Rohrdurchführungen im Mauerwerk.
      •  Horizontale und vertikale Abdichtungen des Kellers sowie Dränagesysteme.
      •  Konstruktionen wie die sogenannte „Weiße Wanne“ zum Schutz gegen drückendes Grundwasser.
      •  Bodensenken auf dem Grundstück, die das Regenwasser flächig verteilen und dessen Versickern erleichtern.
      •  Bodenschwellen oder andere Barrieren, insbesondere bei Gebäuden in tieferliegenden Lagen.

      Neben diesen Maßnahmen hilft auch ein angepasstes Nutzungskonzept für Kellerräume, mögliche Schäden zu minimieren. 

      •  Keller nicht als Wohnraum nutzen und keine wertvollen oder empfindlichen Gegenstände lagern.
      •  Wasserunempfindliche Materialien einsetzen, z. B. Fliesen statt Teppiche oder Tapeten.
      •  Heizungsanlagen und Elektroinstallationen in höhere Geschosse verlegen.
      •  Stromleitungen sollten möglichst unter der Kellerdecke verlegt werden. 
      •  Heizöltanks gegen Aufschwimmen und Wassereintritt sichern.

      Nicht zuletzt ist eine Elementarschadenversicherung ein wichtiger Baustein der Vorsorge. Achten Sie darauf, dass sowohl Starkregen als auch Hochwasser explizit mitversichert sind.

      Weitere Informationen finden Sie unter: Regen - Vorsorgen & Handeln - Naturgefahrenportal

    • Welche Maßnahmen ergreift die Stadt Minden zum Schutz vor Starkregen?

      Die Stadt Minden arbeitet kontinuierlich an einem umfassenden Regenwassermanagement.
      Das Ziel besteht darin, verfügbare Flächen möglichst multifunktional zu nutzen, bestehende Infrastrukturen zu ertüchtigen sowie natürliche Rückhalteräume zu schaffen oder zu erhalten, soweit dies im Rahmen der örtlichen Gegebenheiten möglich ist.

      Eine Vergrößerung der Regen- und Mischwasserkanäle ist technisch nicht möglich und wirtschaftlich nicht sinnvoll.

      Auch private Eigentümer*innen sind gefordert, ihre Grundstücke starkregensicher zu gestalten. Dabei unterstützt die Stadt Minden im Rahmen des Starkregenrisikomanagements, indem sie eine Starkregengefahrenkarte erstellt, die öffentlich zugänglich gemacht wird. Diese  Starkregengefahrenkarte ist aktuell noch in Arbeit. Bürger*innen können die Hochwasser App NRW nutzen, um ihr Risiko einzuschätzen und sich zu informieren. Zudem informieren die Städtischen Betriebe Minden (SBM) rund um das Thema Starkregen.

      Starkregen kann uns alle - auch fernab von Flüssen und Bächen - betreffen, weshalb sich jeder vor den Auswirkungen von Starkregen schützen sollte.

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