Radverkehrsbeauftragter | Pressestelle

Fahrradklima-Test 2026: Endspurt bei der Abstimmung 


Noch bis zum 30. November können sich Bürger*innen und Bürger am ADFC-Fahrradklimatest beteiligen. Die Stadt Minden unterstützt den bundesweiten Aufruf erneut und strebt eine möglichst hohe Beteiligung an. Die alle zwei Jahre laufende Online-Befragung ist am 1. September gestartet. Radfahrer*innen können nach 2024 erneut bewerten, wie fahrradfreundlich ihre Stadt oder ihre Gemeinde ist. Der Fragebogen ist auf folgender Internetseite zu finden: www.fahrradklima-test.adfc.de. 

Bei den rund 30 Fragen geht es unter anderem darum, ob das Radfahren Spaß macht oder Stress bedeutet, ob Radwege von Falschparkern frei gehalten werden, ob man sich als Verkehrsteilnehmer*in ernst genommen fühlt und ob sich das Radfahren in der Stadt auch mit Kindern sicher anfühlt.

Ein Novum in diesem Jahr ist der Fragebogen für Kinder- und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren. Dieser wurde vom ADFC entwickelt um das diesjährige Schwerpunktthema „Kinder- und Jugendmobilität“ noch besser abfragen zu können. Im diesem speziellen Fragebogen für Kinder und Jugendliche werden die jungen Einwohner Mindens unter anderem zu ihren Radfahrgewohnheiten, Problemstellen und Hemmnissen der Radnutzung befragt. 

Mit dem aktuellen Stand haben sich insgesamt bereits 384 Mindener*innen an der Umfrage beteiligt, darunter zehn Kinder und Jugendliche. „Mit dem Zwischenstand können wir bereits zufrieden sein. Wir haben jetzt bereits annähernd so viele Teilnahmen wie 2024. Jedoch wird die Aussagekraft der Ergebnisse besser, je mehr Menschen teilnehmen“, so Radverkehrsbeauftragter Jonas Göber. „Die Ergebnisse stellen eine wichtige Rückmeldung für die politisch Verantwortlichen sowie städtischen Verkehrsplaner*innen dar.“

Da der Schutz von Kindern und Jugendlichen im Verkehr ein besonderes Anliegen für den Radverkehrsbeauftragten ist, würde sich Göber über weitere Teilnahme von Kindern und Jugendlichen freuen. Damit fundierte Ergebnisse erzielt werden können, müssen für Minden nämlich mindestens 50 Teilnahmen vorliegen -  sowohl bei Erwachsenen, als auch Kindern und Jugendlichen. 

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist gleichsam ein Zufriedenheits-Index und Stimmungsbarometer der Radfahrenden in Deutschland. „Die Ergebnisse sind für Kommunen eine Orientierungshilfe und helfen den einzelnen Städten und Gemeinden dabei, auch Vergleiche zu anderen Orten zu ziehen, ihre Stärken und Schwächen zu identifizieren und so gezielt Maßnahmen zu ergreifen“, so der Städtetag NRW, der auch dazu aufruft, sich zu beteiligen.

Bereits im Jahr 2010 hat die Stadt ein Radverkehrskonzept aufgestellt, aktualisiert durch den Masterplan Mobilität aus dem Jahr 2016. „Fahrradfreundlichkeit und die Förderung des Radverkehrs haben eine hohe Bedeutung in Minden. Die Umstellung auf eine klimafreundlichere Mobilität hat Zukunft und fließt in ganz viele Planungen ein“, streicht der zuständige Bereichsleiter Gunnar Kelb heraus. Bereits seit 1996 engagiert sich die Stadt deshalb in der „Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V.“ (AGFS) sowie seit 2016 im Zukunftsnetz Mobilität des Landes NRW.

Seit dem letzten Fahrradklimatest sind viele Maßnahmen für noch mehr Fahrradfreundlichkeit in Minden umgesetzt worden. Gunnar Kelb freut sich über eine stetige Umsetzung von Maßnahmen aus den vorliegenden Konzepten. Eine Auswahl umgesetzter Maßnahmen umfasst bspw. die Sanierung des Geh- und Radwegs entlang der Kutenhauser Straße, bei welcher Bordabsenkungen an Grundstückszufahrten für Radfahrende optimiert wurden oder die Verbreiterung der Zähringerallee zwischen Eickhorstweg und Sieben Bauern, welche es ermöglicht hat, dass der Radfahrstreifen zwischen deutlich verbreitert werden konnte.

Zu mehr Fahrradfreundlichkeit trägt auch der Aufbau vieler neuer Fahrradbügel an mehreren Stellen im gesamten Stadtgebiet bei. Seit Ende 2025 wurden erste Fahrradbügel explizit für Lastenräder in der Innenstadt aufgestellt, so zum Beispiel zuletzt an der Hufschmiede.

Auch mehrere Kreuzungen (aktuell Marienstraße/Saarring/Nach Poggenmühle) wurden in den vergangenen Jahren fahrradfreundlich umgestaltet. Radfahrer*innen erhielten eigene Ampeln, die ihnen etwas früher „Grün“ zeigen als dem Autoverkehr. Außerdem wurden die Radweg-Furten an die Fahrbahn heran verlegt, so dass ein geradliniges Befahren der Kreuzung möglich ist. Darüber hinaus wurden die Furten rot eingefärbt. Auch viele Schutzstreifen sind zwischenzeitlich in kritischen Kreuzungsbereichen rot eingefärbt worden. „All diese Punkte dienen der Verkehrssicherheit der Radfahrenden in den Kreuzungen“, so Kelb.

Neben baulichen Maßnahmen zählen auch verkehrsrechtliche Anordnungen wie die Lückenschlüsse von Tempo 30 an der Mindener Straße und der Zähringerallee zu radverkehrsfördernden Maßnahmen oder auch die Aufstellung von Hinweisschildern zum gesetzlich vorgeschriebenen Überholabstand von Radfahrenden von 1,5 Meter z.B. an der Kutenhauser Straße oder Wittelsbacherallee.

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