Zu schnell und rücksichtslos fahrende E-Scooter- sowie Radfahrer*innen sind in der Mindener Fußgängerzone immer wieder ein Problem und sorgen für Ärger. In der Stadtverwaltung gingen in den vergangenen Monaten gehäuft Beschwerden dazu ein. „Diese kommen sowohl von Gastronomen als auch aus der Bevölkerung, weshalb es regelmäßig auch Kontrollen durch die Polizei gibt“, berichtet Jonas Göber, Radverkehrsbeauftragter der Stadt. Und er bedauert: „Leider zeigen diese Maßnahmen bisher kaum eine Wirkung.“
Manchen Menschen scheinen die geltenden Verkehrsregeln entweder nicht bekannt zu sein oder sie missachten diese wissentlich, so Göber weiter. Wer was darf, sei relativ einfach zu erklären: Elektroroller dürfen die Fußgängerzone aktuell überhaupt nicht befahren und Radfahrende dürfen sich hier nur im Schritttempo fortbewegen, zu bestimmten Zeiten müssen sie aber absteigen und schieben.
Nur auf dem Kleinen Domhof, auf dem Markt und in der Tonhallenstraße darf ganztägig in langsamem Tempo gefahren werden. In allen weiteren Teilen der Fußgängerzone gilt zwischen 10.30 und 18.30 Uhr ein grundsätzliches Fahrverbot für Radfahrer*innen. E-Scooter sind Kleinstkraftfahrzeuge (mit Kennzeichen). Für sie gibt es in der Fußgängerzone gar keine Ausnahmen. Die Fahrer*innen müssen hier zu jeder Tages- und Nachtzeit immer absteigen und schieben.
Um die geltenden Verkehrsregeln mit Nachdruck zu vermitteln, setzt der Radverkehrsbeauftragte auf zusätzliche Informationen. „Wir haben jetzt an nahezu allen Zugängen zur Fußgängerzone und zusätzlich an beiden Enden des Scharns Plakate aufgehängt, welche die Vorschriften und die unterschiedlichen Fahrzonen möglichst verständlich vermitteln sollen.“ Zusätzlich wird Jonas Göber in den kommenden zwei Wochen regelmäßig an den Standorten vor Ort sein, um mit Bürger*innen in den persönlichen Dialog zu gehen. „Plakate allein helfen nur bedingt, der direkte Kontakt zu den Menschen ist aus meiner Sicht deutlich effektiver“, weiß der Fachmann.
Neben den rechtlichen Aspekten geht es bei der Kampagne auch um Unfallprävention. Dieses Thema ist Bürgermeister Peter Kock besonders wichtig: „Ich persönlich bin immer für Maßnahmen offen, die Unfälle bereits im Vorfeld verhindern. Auch wenn wir von Seiten der Verwaltung keinen direkten Einfluss haben, unterstütze ich die bundesweit diskutierte Forderung nach einer Helmpflicht für E-Scooter und bin zusätzlich auch für eine verpflichtende Schulung - ähnlich die des Mofa-Führerscheins.“ Und weiter: „Mit dieser Kampagne wollen wir in Minden ein deutliches Zeichen dafür setzen, dass wir rücksichtsloses Verhalten in der Fußgängerzone nicht länger akzeptieren“, macht Kock deutlich.
