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Bürger, Service, Politik

Rathaussanierung

Bürgerservice neu gedacht: Das Mindener Rathaus wird in den nächsten Jahren von Grund auf saniert.

  • Das Rathaus ist die zentrale Anlaufstelle der Mindener Bürger*innen für über 130 Dienstleistungen. Die Aufgaben und Abläufe haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert, genau wie die Anforderungen an den Arbeitsplatz. Damit unsere Mitarbeiter*innen die komplexen Aufgaben schnell, effizient und in einer gesunden Arbeitsatmosphäre erfüllen können, wird das Rathaus in den kommenden Jahren von Grund auf saniert.


  • Das Mindener Rathaus – eine gewachsene Struktur

    Das Rathaus der Stadt Minden besteht aus insgesamt sechs Gebäudeteilen verschiedener Bauepochen mit einer Gesamtfläche von ca. 20.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche (ohne Tiefgarage), die alle direkt miteinander verbunden sind:


    Verwaltungstrakt am Scharn Baujahr 1951-1955A
    Historisches Rathaus am Markt Wiederaufbau 1955 (Laube 1260)B
    „Neues Rathaus“/ Deilmannbau Baujahr 1977C
    Regierungsgebäude Gr. Domhof   
    Baujahr 1843-1848D
    Altes Stadthaus  
    Baujahr. 1830E
    Ehem. „Deutsche Bank“ Gr. DomhofBaujahr 1908F

    Es handelt sich um eine gewachsene Struktur, die durch den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und die Gebietsreform der 1970er-Jahre geprägt ist. Die Gebäudeteile haben verschiedene Bau- und Sanierungsstände, es gibt unterschiedliche Geschosshöhen und technische Ausrüstung. All das führt dazu, dass es für Bürger*innen schwierig sein kann, sich zu orientieren. Viele Büro- und Arbeitsplatzsituationen genügen bislang den Anforderungen an moderne Arbeitsplätze nicht.

  • Denkmalschutz

    Das Mindener Rathaus ist einzigartig in seiner Zusammenstellung von denkmalgeschützten Bauten. Der Verwaltungstrakt am Scharn, das Alte Rathaus, das alte Regierungsgebäude, das Alte Stadthaus und die ehemalige Deutsche Bank stehen bereits seit Jahrzehnten unter Denkmalschutz. Der sog. „Deilmannbau“ (Gebäudeteil C) ist im Jahr 2016 in die Denkmalschutzliste eingetragen worden. Heute steht der gesamte Rathauskomplex einschließlich der Innenhöfe und des Kleinen Domhofes unter Denkmalschutz.


  • Fotos von der Baustelle - 2020/2021



  • Erste Eindrücke von der Baustelle - Sommer 2019

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  • Bildergalerie

    • Plan
    • Verwaltungstrakt am Scharn (A)
    • Historisches Rathaus am Markt (B)
    • Deilmannbau (C)
    • Eingang Bürgerbüro (D)
    • Altes Stadthaus (E)
    • ehemalige Deutsche Bank (F)
    • Alte Regierung Weserglacis
  • Fragen und Antworten

    • Rathaussanierung – warum?

      Die einzelnen Gebäudeteile des Rathauskomplexes sind zu ganz unterschiedlichen Zeiten entstanden. Einige von ihnen wurden seit 60 Jahren nicht mehr grundlegend saniert. Die Haustechnik genügt den heutigen Standards nicht mehr. Neue energetische Standards verlangen eine grundlegende Sanierung der Bausubstanz, führen damit aber auch zu erheblichen Einsparungen.

      Auch neue Formen des Zusammenarbeitens wirken sich auf die Umgestaltung aus: Eine moderne, flexiblere Bürostruktur wird diesen Anforderungen gerecht.  

      Bis 2023 wird deswegen eine umfassende Sanierung des gesamten Rathauskomplexes durchgeführt. Dabei müssen insbesondere die Auflagen des Denkmalschutzes, der für viele Gebäudeteile gilt, berücksichtigt werden.

      An die Planungszeit von drei Jahren (2016-2018) schließt sich die Bauzeit bis 2023 an. Die Baumaßnahme wird in mehreren Bauabschnitten durchgeführt, damit der laufende Betrieb der Stadtverwaltung so wenig wie möglich beeinträchtigt wird. In einzelnen Phasen werden einige Bereiche dazu ausgelagert.  

    • Was sind die Ziele der Sanierung?

      Schutz der Substanz
      Das Rathaus wird in der heutigen Form seit 40 Jahren genutzt. Damit die denkmalgeschützten Gebäude auch langfristig erhalten bleiben, muss die Gebäudesubstanz dringend saniert werden.

      Energieeinsparung
      Dachflächen, Fenster, Dämmung – in den letzten Jahrzehnten hat sich im Bereich der energetischen Sanierung viel getan. Auch das Rathaus soll auf einen moderneren technischen Stand gebracht werden. Dabei muss natürlich auf die Auflagen des Denkmalschutzes Rücksicht genommen werden.

      Büroraumplanung
      Welche Flächen werden in einem gut funktionieren Rathaus benötigt? Was brauchen unsere Mitarbeiter*innen, um die Anliegen der Bürger*innen schnell und so „unbürokratisch“ wie möglich zu erledigen? Das haben wir uns am Anfang der neuen Büroraumplanung gefragt. Herausgekommen ist: Die Struktur unserer Büros muss besser an die jeweiligen Arbeitsabläufe der Dienststellen angepasst werden.

      Die neuen Büros werden flexibler, heller – und kleiner. Denn dank bedarfsorientierter und konsequenter Neuplanung wird am Ende weniger Fläche benötigt. Statt rund 60 Quadratmetern pro Mitarbeiter*in (bezogen auf die gesamte Bruttogrundfläche einschließlich Ratssälen, Bürgerhalle und Nutzflächen) werden im neuen Rathaus noch 48 Quadratmeter nötig sein.

      Ziel ist eine Neugestaltung der Arbeitsplätze, die die Mitarbeiter*innen entlastet und auch für neue Fachkräfte ansprechend ist.

      Flexible Strukturen
      Die kommunalen Aufgaben sind einem ständigen Wandel unterworfen. Die Raumgestaltung muss da mithalten können. Eine moderne Büroplanung ist flexibel, variabel und modular ausgerichtet, damit sie bei sich ändernden Anforderungen einfach und kostengünstig anpassbar ist.

      Barrierefreiheit
      Die derzeitige Situation führt mit unterschiedlichen Geschosshöhen und verwinkelten Zugängen dazu, dass viele Ansprechpartner*innen nur schwer und auf Umwegen zu erreichen sind. Die Sanierung soll auch hier Abhilfe schaffen – ein einfaches Leitsystem und barrierefreie Zugänge erleichtern den Zugang für alle Mindener*innen.

      Medienkonzept
      Gute Kommunikation spielt nicht nur zwischen den einzelnen Mitarbeiter*innen, sondern auch zwischen Verwaltung und Bürger*innen eine entscheidende Rolle. Neue Medien und Technologien sind hier nur zwei der Schwerpunkte. Auch der Konferenz- und Veranstaltungsbereich wird moderner konzipiert, um den Anforderungen der Zukunft gewachsen zu sein.

      Rathausquartier
      Das Rathaus bildet mit seinem denkmalgeschützten Gebäuden und den Innenhöfen das Herzstück des umgebenden Quartiers. Die Sanierung wird auch hier für neue Impulse sorgen: Ein städtebauliches Konzept soll künftige Nutzungsziele und gestalterische Leitlinien verankern. 

    • Was kostet die Sanierung?

      Das Rathaus verursacht in seinem derzeitigen Zustand hohe Kosten. Steigenden Energiepreisen steht eine Gebäudesubstanz gegenüber, die noch den Standards der 70er-Jahre entspricht. Das heißt: Um langfristig Kosten zu senken, muss jetzt etwas getan werden.

      Um die wirtschaftlichste Lösung zu finden, wurden drei verschiedene Wege untersucht: ein Neubau, eine umfassende Sanierung oder der vollständige Verzicht auf eine Sanierung bei gleichbleibend hohen Kosten für Energie und Unterhalt. Dabei hat sich die zweite Variante, also die Sanierung, als eine wirtschaftliche Lösung erwiesen.

      Die Sanierung läuft seit Ende 2019 und hat damit schon 1,5 Jahr Bauzeit hinter sich. Auch das Mindener Rathaus ist dabei von den typischen Überraschungen, die die Sanierung eines Bestandsbaus mit sich bringt, nicht verschont geblieben. Nach 2019 noch kalkulierten 37 Millionen € wird die Maßnahme nach den Erkenntnissen des ersten Bauabschnittes inzwischen rund 48,8 Millionen Euro kosten. Die Gründe für die höheren Baukosten sind vor allem allgemeine Baukostensteigerungen, statisch notwendige Ertüchtigungen und notwendige Sanierungen von schadstoffbelasteten Bauteilen.

      Der gesamte Rathauskomplex hat eine Fläche von 20.000 Quadratmetern zzgl. ca. 1.300 Quadratmetern Fläche in den oberen Geschossen des Geschäftshauses am Scharn. 

      Die detaillierte Kostenaufstellung finden Sie unter „Downloads“.

       

      Bleibt trotz Sanierung des Rathauses noch Geld für andere Maßnahmen übrig?

      Das mittelfristige Investitionsprogramm der Stadt Minden setzt Schwerpunkte und Prioritäten im Bildungs- und Kinderbetreuungsbereich, in der Innenstadtentwicklung einschl. Umsetzung des Barriereatlas, der Stadtteilentwicklung, dem Feuerschutz („Projekt 2020“) und dem Bahnhofsquartier. Zur Finanzierung stehen hierfür z.B. die Bildungs- und Investitionspauschalen des Landes, Fördermittel des Landes (z.B. Städtebauförderung)  und Eigenmittel (z.B. Vermögenserlöse) zur Verfügung.

      Andererseits verfolgt die Stadt Minden als Stärkungspaktgemeinde im Rahmen der Haushaltssanierung grundsätzlich einen Entschuldungskurs, d.h., dass Kreditneuaufnahmen nur ausnahmsweise, z.B. bei Vorliegen einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, erfolgen sollen.
      Es ist Aufgabe von Verwaltung und Politik, die erforderlichen Baumaßnahmen inhaltlich und zeitlich bezüglich ihrer finanziellen Machbarkeit auszutarieren. Kurzum: Wegen der Rathaussanierung werden keine anderen dringend erforderlichen Maßnahmen zurückstehen müssen.


      Woher kommt das Geld für die Sanierung her?

      Da die Stadt Minden über keine investiven Rücklagen verfügt, kann die Sanierung des Rathauses nur über Zuwendungen (z.B. aus der Städtebauförderung), über den Erlös des Verkaufes des sogenannten Blocks A (am Scharn) sowie über Kredite finanziert werden.

    • Müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während der Umbauphase umziehen?

      Da das Rathaus in drei Bauabschnitten im laufenden Betrieb saniert wird, ziehen bauabschnittsweise immer wieder Dienststellen der Verwaltung in Interimsstandorte um.

      Als Standorte stehen für Interimsnutzungen das Gebäude der Sparkasse am Kleinen Domhof, Flächen im Gebäude der Deutschen Bank  (Domstraße) und das ehemalige BZA-Gebäude im Weserglacis zur Verfügung.

      Im sanierten Rathaus ist der erste Bauabschnitt inzwischen bezogen worden. Außerhalb des Rathauses sind folgende Dienststellen untergebracht:
      Sparkasse: Asyl- und Obdachenlosenleistungen, Schulbüro, Finanzbuchhaltung
      Deutsche Bank: Bauaufsicht, Rechnungsprüfungsamt
      Weserglacis: Standesamt, Jugendamt, Personal und Organisation, Vermessung und Geoservice

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