80 Beschäftigungsmaßnahmen für Flüchtlinge in Minden

19. Oktober 2016 | Minden. Ein vom Bundestag verabschiedetes Beschäftigungsprogramm für Geflüchtete kommt zur Umsetzung. In Minden können 80 Plätze geschaffen werden.

  • Im Rahmen des vom Bundestag im August 2016 verabschiedeten Integrationsgesetzes ist auch die Einführung von so genannten Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen für Asylbewerber (FIM) beschlossen worden. Ziel ist die Förderung von Beschäftigung und die Heranführung der Geflüchteten an den Arbeitsmarkt. Bundesweit stehen rund 100.000 Plätze zur Verfügung, in Nordrhein-Westfalen sind es nach dem „Königsteiner Schlüssel“ rund 19.000. In Minden können insgesamt 80 Beschäftigungsmaßnahmen geschaffen werden.

    Nach einer aktuellen Liste der Stadt Minden wurden bisher insgesamt 62 Maßnahmen von acht Trägern beantragt. 15 Plätze können jetzt besetzt werden, bei 47 Anträgen läuft das Bewilligungsverfahren noch, fasst Erster Beigeordneter Peter Kienzle zusammen. „Das Programm ist positiv zu sehen, weil die Flüchtlinge so den Arbeitsalltag aktiv miterleben können, neue Kontakte knüpfen und auch weitere Sprachkenntnisse bei ihrer Tätigkeit erwerben können“, so Kienzle. Gleichzeitig leisten sie einen Beitrag zum Gemeinwohl. „Viele Flüchtlinge wollen gerne arbeiten und viele fragen auch immer wieder nach Praktikumsplätzen“, weiß der Erste Beigeordnete. Die in der Arbeitsgelegenheit erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten könnten später auch für weiterführende Maßnahmen zur Integration und Arbeitsförderung genutzt werden.

     

    Zielgruppe dieses Arbeitsmarktprogrammes sind Menschen, die sich im Asylverfahren befinden und Unterstützung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten. „Sie müssen 18 Jahre alt und nicht mehr schulpflichtig sein. Menschen aus einem sicheren Herkunftsland dürfen nicht vermittelt werden“, nennt der Leiter des Bereiches Soziales, Achim Hermening, eine weitere Voraussetzung. So kommen Asylsuchende aus dem Westbalkan, Albanien, Ghana und dem Senegal beispielsweise nicht in den Genuss dieses Programmes. Dieses läuft bis Ende 2020. Die Flüchtlinge dürfen bis zu 30 Stunden wöchentlich und maximal ein halbes Jahr pro Platz arbeiten.

    Wer kann Plätze schaffen? Das dürfen staatliche, kommunale und gemeinnützige Einrichtungen, Organisationen, Institutionen und Vereinen sein. Wenn ein Personal- oder Betriebsrat vorhanden ist, muss dieser einbezogen werden. Die zu erledigende Tätigkeit muss neu oder zusätzlich sein, indem sie sonst nicht, nicht in diesem Umfang oder nicht zu diesem Zeitpunkt erfolgen würde. „Unternehmen darf hiermit keine Arbeit weggenommen werden. Auch dürfen damit keine Löcher durch kürzlich eingesparte oder nicht besetzte Stellen gestopft werden“, erläutert Achim Hermening. Die Arbeit soll ausschließlich dem Allgemeinwohl und nicht privaten Zwecken dienen.

    Interessierte, gemeinnützige Einrichtungen, Organisationen, Institutionen und Vereine schicken eine Beschreibung der zu schaffenden Arbeitsgelegenheit an die Stadt Minden, die hierfür auch ein Formular und Anlagen zur Verfügung stellt. Die Anträge werden dann von der Stadt Minden – Bereich Soziales - an die Agentur für Arbeit in Herford geschickt. Diese prüft die Anträge nach den vorgegebenen Kriterien und schließt nach positivem Votum des Verwaltungsausschusses Verträge mit den Maßnahmenträgern. Die Agentur für Arbeit rechnet auch ihnen ab. Diese erhalten pro Monat pauschal 250 Euro für die Bereitstellung des Platzes, müssen aber auch die Betreuung gewährleisten und gegebenenfalls auch für Dolmetscher sorgen. Zusätzlich erstattet die Agentur die ausgelegten Aufwandsentschädigungen für die Geflüchteten.

    Die Maßnahmenträger/innen zahlen das Geld direkt an die/den Asylsuchende/n aus. Diese/r erhält 80 Cent pro Stunde. „Bei maximal 30 Stunden wöchentlich gibt es monatlich so rund 100 Euro mehr pro Person“, rechnet Achim Hermening vor. Das Geld werde nicht auf die staatliche Leistung angerechnet und steht dem Geflüchteten in vollem Umfang zur Verfügung. Die Auswahl der Teilnehmer/innen nimmt die/der Maßnahmenträger/in im Zusammenwirken mit dem Bereich Soziales der Stadt Minden vor.

    Bereits bewilligte Plätze in Minden wurden zum Beispiel vom Verein Sommerbad e.V. (zur Unterstützung von Schwimmkursen und Repair-Café), von der Radstation Minden mit Unterstützung der Stadt Minden, vom Deutschen Roten Kreuz (mehrere Plätze) für Unterstützung des Hausmeisters, in der Kleiderkammer, in der Mensa und in der Gartenpflege sowie vom Verein Altentagesstätte Johanniskirchhof zur Unterstützung im Treffpunkt am Johanniskirchhof geschaffen. Anträge liegen derzeit unter anderem vom Verein Fachwerk, von der Diakonie Stiftung Salem (für mehrere Plätze), von Green Fair Planet und vom Verein Witthüs (für mehrere Plätze) vor. Weitere können gerne eingereicht werden, so Hermening.

    Ansprechpartnerinnen bei der Stadt Minden für das FIM-Programm sind Sewin Aro, Telefon 0571 89-155, , und Natalie Egert, Telefon 0571 89-806, .

    Pressestelle der Stadt Minden, Susann Lewerenz, Telefon 0571 89204,

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