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Neue Flüchtlingspaten freuen sich auf die Arbeit

12. September | Minden. Groß war die Freude der neuen Flüchtlingspaten. Bei jeder Übergabe der einzelnen Zertifikate gab es herzlichen Applaus im Wichernhaus der Ev.-Luth. St. Jacobus-Kirchengemeinde Minden.

  • "Sie alle sind engagiert, aufgeschlossen, offen und bereit, einen Teil ihrer Freizeit herzugeben“, lobte die stellvertretende Bürgermeister Ulrieke Schulze in einer kleinen Feierstunde am vergangenen Mittwoch, 7. September. Sie dankte im Namen der Stadt Minden den jetzt zwölf zertifizierten Paten für ihren Einsatz und strich heraus, wie wichtig diese begleitende Integrationsarbeit ist. Die ehrenamtlich tätigen Paten freuen sich nun auf ihren Einsatz.

    Eine „bunte Gruppe“, so Integrationsbeauftragte Selvi Arslan-Dolma, hatte sich für die Schulungsreihe, die ab Anfang Mai lief, zusammengefunden. Öffentlichkeitsarbeit im Vorfeld war so gut wie nicht nötig, da es aus dem Kreis der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit genügend Interessentinnen und Interessenten gab. So bunt wie die Gruppe war dann auch das Büffet aus selbstgemachten, kleinen Speisen, die zur Abschlussfeier mitgebracht wurden. Fast die Hälfte der Teilnehmer*innen hat selbst eine Einwanderungsgeschichte.

    Die Qualifizierung zur Flüchtlingspatin/zum Flüchtlingspaten wurde erstmals von der Flüchtlingsberatung des Kirchenkreises Minden in Kooperation mit der Stadt Minden, der Caritas und der Parität Minden-Lübbecke – PariSozial - angeboten. Die Schulung sei keine Voraussetzung für eine Patenschaft, biete aber qualifizierte Schulungseinheiten, die die Teilnehmer*innen in ihrer Aufgabe als Flüchtlingspate stärken sollten. Die Maßnahme wird aus dem Lokalen Aktionsplan Minden gefördert.

    Gelehrt und gelernt wurde in den Räumlichkeiten des Wichernhauses: Die Teilnehmer*innen erhielten unter anderem Einblicke in Interkulturelle Kompetenzen, Sozialrecht und in Asylrecht, zu Integrationsmodellen, in Kommunikation und Konfliktmanagement sowie im Umgang mit Traumata. Aber auch Hilfen für Helfer*innen, Versicherungsfragen und Rahmenbedingungen für Ehrenamtliche standen auf dem Programm. „Die Hilfe der Bürgerinnen und Bürger wird gebraucht. Sie sind das wichtige Bindeglied zwischen den Flüchtlingen und den Institutionen“, hob Superintendent Jürgen Tiemann (Evangelischer Kirchenkreis Minden) hervor. Presbyterin Elke Bikowski begrüßte die Gruppe im Wichernhaus. Sie hob die Bedeutung von Netzwerken, die die Beteiligten auch künftig stützen sollen, hervor. Weitere Treffen seien geplant, so Bikowski.

    Die Dozenten der Schulung mit zwölf Terminen waren Norbert Scherpe, bis Mai 2016 Integrationsbeauftragter der Stadt Minden, und Yasemin Karadag, bis Ende August als Assistentin der Integrationsbeauftragten bei der Stadt. Als Referenten waren unter anderem Holger David (Ausländerbehörde der Stadt), Peter Schwarze, Bereichsleiter Grundsicherung SGB II, und Philipp Knappmeyer für den Bereich Kultur, Bildung, Sprache, Freizeit tätig. Darüber hinaus haben Kameran Ebrahim, Vorsitzender des Integrationsrates, und Amal Hamdan (Integrationsratsmitglied) Informationen zur Geschlechterrolle gegeben.

    Anna Gasziewski (Flüchtlingsberatung bei der Diakonie Porta Westfalica und Mitglied in der AG Antidiskriminierung der Stadt Minden) hat zum Thema Rassismus mit den Teilnehmenden gearbeitet. Die Traumapädagogin Cornelia Lippegaus hat zum Thema Traumatisierung und Umgang mit Trauma einen ganzen Samstag lang „wichtige Inputs und Reflexionsmöglichkeiten gegeben“, berichtet Selvi Arslan-Dolma. Ebenfalls vorgetragen haben Cornelia Schipek zum Asylverfahren und Cordula Prinz (Evangelischer Kirchenkreis) zu Integrationsmodellen.

    Marco Mehwald (Freiwilligenagentur PariSozial) hat zur Zusammenarbeit und Vernetzung der Paten mit Beratungsstellen und Behörden, zur Rolle, zum Auftrag und zur Arbeitsweise der Flüchtlingspaten sowie zur Abgrenzung  in der Patentätigkeit ("Wie schütze ich mich als Helfer?") und zum Versicherungsschutz referiert. Schließlich war auch ein geflüchteter junger Mann, den eine der Teilnehmenden begleitet, bei den Paten und hat über seinen guten Weg der Integration berichtet. Zum Programm gehörte auch ein Film mit dem Titel „My escape“, der gemeinsam angeschaut wurde.

    Pressestelle der Stadt Minden, Susann Lewerenz, Telefon 0571 89204,

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