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18 Integrationsassistenten erhielten Zertifikat

3. Juni 2016 | Minden. Sie sollen Sprache und Kultur vermitteln, um zwischen Zugewanderten und hiesigen Institutionen eine reibungslose Kommunikation zu ermöglichen: die 18 Integrationsassistenten, die jetzt ihre Ausbildung beendet haben und ein Zertifikat erhielten.

  • Sie können nun von Einrichtungen des Bildungs- Sozial- und Gesundheitswesens eingesetzt werden, wenn eine sprachliche Verständigung nicht möglich ist.

    Überreicht wurde das Papier am vergangenen Dienstag (31. Mai) den neuen Integrationsassistenten – allesamt engagierte Mindener, die selbst eine Einwanderungsgeschichte haben – von Caritas-Vorstand Susanne Leimbach, Beatrix Dunker (Integrationsagentur der Caritas Minden) und Bürgermeister Michael Jäcke. Die Freude bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über das Zertifikat, das nach 50 Fachunterrichtsstunden erworben werden konnte, war groß.

    Mit dem vom Lokalen Aktionsplan Minden geförderten Projekt soll eine Kultur des Verstehens gefördert werden, so Beatrix Dunker. „Die Integrationsassistenten schaffen Verständigung, indem sie dolmetschen und interkulturell vermitteln“. Einer der aktuellen Auftraggeber ist beispielsweise das Jugendamt. So unterstützen sie aktuell die Fachkräfte der Stadt in der Betreuung der so genannten UMFs (Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge). Aber auch in den ersten Wochen der Flüchtlingsnotunterkunft kamen einige, noch „in der Ausbildung“ befindliche Integrationsassistenten zu ihrem ersten Einsatz. Sie begrüßten Ende Juli und Anfang August 2015 die gerade angekommenen Flüchtlinge in den Bussen in ihrer Landessprache und standen bei Fragen während der ersten Tage in der Notunterkunft zur Verfügung. „Eine beeindruckende Erfahrung“, wie ein Teilnehmer berichtet.

    „Es geht nicht nur um Sprache, sondern auch darum, in soziokulturell sensiblen Fragen kompetent zu vermitteln und einen Perspektivwechsel zu ermöglichen. Nur so kann gegenseitiges Verständnis wachsen“ fasst Beatrix Dunker das Ziel dieser Schulung zusammen. Die Integrationsassistenten seien Ratgeber und Brückenbauer zugleich. Sie übersetzen nicht nur das gesprochene Wort, sondern erklären auch relevante kulturelle Zusammenhänge, um eine reibungslose Kommunikation zu ermöglichen.

    Zu den Inhalten der Ausbildung gehörten eine Einführung in die Migrationsgesellschaft, Ressourcenarbeit für persönliche Kompetenzen, Kommunikation und Konfliktmanagement, lösungsorientierte Fallarbeit, kultursensibles Dolmetschen und Institutionenwissen in Kooperation mit den Auftraggebern.

    Bürgermeister Michael Jäcke dankte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihre Zeit, die sie in die Schulung investiert haben und die sie künftig in ihrer neuen Aufgabe stecken. Die Integrationsassistenten seien wertvoll bei der Integration der vor allem 2015 angekommenen Flüchtlinge. Sie könnten ihre eigenen Erfahrungen, die sie als Zugewanderte oder aus einer Familie mit Einwanderungsgeschichte kommend, weitergeben. „Das kann die Stadt gar nicht alles alleine schaffen“, fasste Jäcke zusammen. Mehr als 1000 Flüchtlinge, die allein im vergangenen Jahr angekommen sind, erfolgreich zu integrieren, sei eine riesige Herausforderung und eine große Chance. „Hier stehen wir noch am Anfang“, so der Bürgermeister.

    Jäcke dankte dem Caritasverband Minden, der „dieses tolle Projekt“ zusammen mit dem ehemaligen Integrationsbeauftragten Norbert Scherpe ins Leben gerufen hat. Dieser stellte als Gast in der Runde heraus, dass die Integrationsassistenten auch den Verwaltungen und Ämtern helfen. Sie sollten von diesen auch eingesetzt werden. „Die Anerkennung muss noch weiter gehen“, so Scherpes Wunsch - an den Bürgermeister gerichtet.

    Die Integrationsassistenten erhalten für ihre Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung. Sowohl Beatrix Dunker als auch die neue Integrationsbeauftragte der Stadt Minden, Selvi Arslan-Dolma, kündigten eine Fortsetzung des Projektes an. Aus dem Bundesprogramm „Demokratie Leben“ werden weitere engagierte Zuwanderer geschult. Flüchtlinge und Neuzuwanderer ohne Deutschkenntnisse können sich dann direkt an den Caritasverband wenden, wenn sie einen Sprachmittler benötigen.

    Ein Teil der anwesenden Teilnehmer/innen bekam noch kein Zertifikat ausgehändigt, da diese später in den Kurs eingestiegen sind und noch weitere Stunden nachweisen müssen. Im Anschluss an den offiziellen Teil gab es Musik, Gespräche und einen Imbiss.

    Pressestelle der Stadt Minden, Susann Lewerenz, ; Telefon 0571 89204

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