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Jugendliche mit und ohne Fluchtgeschichte stehen gemeinsam auf der Bühne

27. September 2016 | Minden. „Mit unserem Theaterstück könnten wir erreichen, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer in fremde Kulturen mitgenommen werden“, beschreibt Canip Gündogdu eine  Idee hinter dem Projekt „Blick nach vorn“.

  • Unter diesem Titel verbirgt sich ein Theaterprojekt, an dem rund 17 Jugendliche mit - aber auch ohne -  Fluchtgeschichte teilnehmen. Sie sprechen unterschiedliche Sprachen, kommen aus verschiedenen Ländern – wie Afghanistan oder Irak - und finden  durch das Theaterspiel neue Wege, miteinander zu kommunizieren. „Die deutsche Sprache zu lernen ist wichtig, um sich im neuen Land zu orientieren und Anschluss zu finden, aber das Theater gibt den Jugendlichen die Möglichkeit, sich auch anders ausdrücken zu können“, ergänzt Gündogdu. Er ist freiberuflicher Pädagoge, der das junge Theaterensemble bei seinem Weg auf die Bretter, die die Welt bedeuten, begleiten wird.

    Im März 2016 entstand die Idee für das Kooperationsprojekt. Das Stadttheater Minden, das Deutsche Rote Kreuz Elsa Brandström Jugendhilfe und der Verein zur Förderung der kulturellen Bildung in Minden e.V. entwickelten gemeinsam ein Konzept, das Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren Einblicke ins Theaterspielen und das Theater selbst ermöglichen sollte. Auch ASSITEJ e.V., die internationale Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche, konnte von den Ideen der drei Partner überzeugt werden. „Sie machen das Projekt durch finanzielle Unterstützung im Rahmen des Förderprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erst möglich“,  so Petra Brinkmann, Stellvertretende Geschäftsführerin des Vereins für Kulturelle Bildung. Grundidee ist, dass die Jugendlichen sich spielerisch mit für sie aktuellen Themen auseinandersetzen. Das heißt, sie entwickeln eigene Ideen für das, was sie aufgreifen und im Theaterspiel bearbeiten möchten. „Das wichtigste ist, dass die Jugendlichen Spaß am Theater haben und sich ausprobieren können. Ob und wann das Stück dann auch vor Publikum aufgeführt wird, das steht noch nicht fest. Das Projekt läuft ohne Druck“, streicht Andrea Krauledat, Intendantin des Mindener Stadttheaters, heraus. 

    Für die Elsa Brandstöm Jugendhilfe (EBH) ist „Blick nach vorn“ ein freizeitpädagogisches Angebot. „Uns ist es wichtig, die Jugendlichen zu motivieren. Sie spielen nicht nur für sich selbst, sondern geben anderen damit auch etwas zurück“, verdeutlicht Matthias Meise, Leiter des sozialpädagogisch betreuten Wohnens der EBH. Viele der Jugendlichen Teilnehmer haben bisher noch keine Erfahrungen mit dem Theaterspielen gemacht. Das ist aber auch keine Voraussetzung um Mitzumachen. Sich ausprobieren und sich einbringen, das ist wichtig. Dass die Jugendlichen sich mit großem Einsatz und überragender Spielfreude auf das Projekt einlassen, haben drei Schnuppertermine gezeigt. Und dazu passt auch die angedachte thematische Ausrichtung. „Das Stück soll die Hoffnung der Jugendlichen zum Ausdruck bringen und nicht ihr Leiden auf der Bühne thematisieren. Jetzt richten sie ihren Blick nach vorn und konzentrieren sich auf die Zukunft und das sollen sie den Zuschauern zeigen“, unterstreicht Canip Gündogdu.

    Pressestelle Stadt Minden, Katharina Heß,

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