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Freischießen vom 6. bis 9. Juli in der Innenstadt - Neu: Reenactment und "Fest des Lichts"

29. Juni 2017 | Minden. Die Vorfreude auf das Freischießen 2017 steigt: Neben den tradtionellen Elementen gibt es auch Neuerungen und Angebote für junge Mindener.

  • Einer Pflichtübung, die im 17. Jahrhundert mit etwas Angenehmen verbunden werden sollte, hat Minden im Jahr 1682 das Entstehen seines bedeutendsten Fest zu verdanken: das Freischießen. „Minden kann sich damit rühmen, eines der ältesten und traditionsreichsten Feste in Nordrhein-Westfahlen zu haben und zu feiern“, hebt Bürgermeister Michael Jäcke hervor. Die Pflichten und Aufgaben des Bataillons und der Kompanien haben sich im Laufe der Jahrhunderte verändert. Doch noch immer setzt sich das Mindener Bürgerbataillon für die Bürger der Weserstadt ein. „Unsere Stadt muss nun nicht mehr durch tapfere Bürger verteidigt werden. Die Mauern sind seit 150 Jahren verschwunden. Aber das Bataillon und das Freischießen bestanden und bestehen weiter.“

    Vom 6. bis 9. Juli ist es wieder soweit, dann laden der Bürgermeister – als oberster Dienstherr des Mindener Bürgerbataillons -, Stadtmajor Heinz Joachim Pecher und die Kameraden seiner neun Einheiten die Bürgerinnen und Bürger, aber auch die Gäste aus Nah und Fern zum Mindener Freischießen in die Innenstadt ein. Einmal mehr heißt es dann „Willkommen beim Fest zwischen Rathaus und Dom“.

    335 Jahre nach dem ersten Königsschuss durch Amtmeister Johann Stolte aus dem damaligen Marktquartier ringen wieder Hunderte von Offizieren, Chargierten und Mitmarschierern in der Rathaus-Tiefgarage um die beiden zu vergebenen Königswürden. Wen wird es diesmal treffen? Welche Einheiten haben 2017 Grund zum Jubeln? Hat das lange Warten für die Eskadron (seit 1984) oder das Bürger-Tambourkorps (seit 1982) endlich ein Ende? Nach der auf den 1/1000 Millimeter genauen Ausmessung der zuvor ausgewählten, optisch besten „Zehnen“ wird man bereits am Freitag, 7. Juli, erfahren, welchen beiden Schützen Bürgermeister Michel Jäcke die beiden ansonsten im Mindener Museum aufbewahrten Königskronen aufsetzen darf.

    Im Rahmen der vielen Reenactment-Aktivitäten taucht auch das Freischießen in historische Personen und Kostüme. „Unbestritten eine Bereicherung für das älteste Fest Mindens“, sagt Stadtmajor Heinz-Joachim Pecher. Am Samstag und Sonntag finden unter der Rathauslaube historische Gerichts-Verhandlungen statt. Zudem wird das bürgerliche Leben aus der wilhelminischen Zeit in der Innenstadt präsentiert.

    Eine weitere Neuerung ist das „Fest des Lichts“. Der heimische Licht-Künstler Oliver Roth taucht den Festplatz in Bilder und Farben.

    Das Mindener Freischießen hat sich längst zu einer großen Veranstaltung entwickelt, die sich  der Bürgerschaft in allen Belangen geöffnet hat. „Wir müssen unsere Tradition mit einer modernen Verpackung präsentieren“, heißt denn auch in diesem Jahr wieder das Motto, unter dem alle Bemühungen von Bataillon, Kommissionen und Einheiten standen, um den Mindenern und ihren Gästen wieder ein Erlebnis der besonderen Art zu garantieren. Stadtmajor Heinz Joachim Pecher: „Wir wollen uns nicht hinter dicken Mauern verstecken, sondern die Öffentlichkeit an unseren Aktionen teilhaben lassen. Wir müssen auf die Bürger zugehen und wir werden es auch tun!“

    Sich der Öffentlichkeit immer stärker und interessanter zu präsentieren, das ist eines der Ziele, dass sich das Bürgerbataillon auch für das diesjährige Freischießen gesteckt hat. Zahlreiche Veranstaltungen, gerade auch in jüngster Vergangenheit, haben bewiesen, dass sich das Bürgerbataillon den Mindener Bürgern stellt. „Minden blüht auf“ ist das beste Beispiel bürgerschaftlichen Engagements für seine Heimatstadt.

    Nach wie vor ist der Paradetag am Samstag (8. Juli) der Höhepunkt. Um 12 Uhr treten alle Einheiten auf dem Simeonsplatz an. Danach wird die Front abgeschritten und anschließend setzt sich der mehrere hundert Meter lange Festumzug mit der Königskutsche in Bewegung. Die Strecke führt durch die Obere Altstadt (Simeonsstraße, Königsstraße, Ritterstraße, Kampstraße) über die Stiftstraße, Immanuelstraße, den Grimpenwall, die Goebenstraße und die Poststraße zur Bäckerstraße und über den Scharn schließlich zum Markt, wo die Parade zu Pferde vom Bürgermeister und vom Stadtmajor abgenommen wird.

    Der Freitag wird erneut für alle Einheiten zum Wachtag ausgerufen. Alle Einheiten werden ab 14.45 Uhr nacheinander auf dem Markt eintreffen und in die Rathaus-Tiefgarage marschieren, wo hier um 15.15 Uhr das Königsschießen beginnt. Die Proklamation der Könige 2017 findet dann um 19.45 Uhr auf der großen Bühne am Markt statt. Hier werden die neuen Majestäten offiziell gekrönt und die Schießprämien (traditionell 50 Taler = 100 Euro) vom Land NRW durch Regierungspräsidentin Marinne Thomann-Stahl und von der Stadt durch Bürgermeister Michael Jäcke überreicht.

    Musikalisch präsentiert das Mindener Bürgerbataillon seinen Gästen ein erstklassiges, abwechslungsreiches Programm. „Promise“, „The Roxx“, „Brisant“, „Foxy & the Pop Shop Boys“, „Sunshine-Musik”, „Wonna Beatz”, sowie die „summerBASE“ sollten für jeden Musikgeschmack etwas bereit halten. „Wir haben das Unterhaltungsprogramm ganz bewusst qualitativ gesteigert“, sagt Heinz Joachim Pecher. „Durch die Mediation findet das Stadtfest nur noch alle zwei Jahre statt. Da müssen wir auch den Stadtfest-Fans im Freischießen eine Alternative bieten.“

    Und damit diese auch genutzt wird, hat man nicht nur das Band-Programm aufgewertet, man greift auch auf den in der Region bislang einmaligen Event, der schon zur Tradition zählt, zurück. Am Freischießen-Freitag steigt wieder die „summerBASE“. Zahlreiche  DJs heizen den Besuchern so richtig ein. Unterschiedliche Musikrichtungen sind garantiert. Bei der Premiere war einer der DJs im Rahmen eines Contests ermittelt worden. Die summerBASE am Freitag war für den Gewinner das Sprungbrett für einen steilen Aufstieg. Informationen sind zu finden unter „summer BASE“ auf Facebook. Sollte das Wetter mitspielen, dürfte die Fläche vor der Deutschen Bank wohl aus allen Nähten platzen.

    Viel Gas gibt das Bataillon aber auch für den Freischießen-Sonntag. Der gilt als Familientag. Das „Freischießen für Kids“ wird erneut der Schwerpunkt des abschließenden Festtages „Zwischen Rathaus und Dom“ sein. Sechs Stunden lang kommen die Mädchen und Jungen im Alter von vier bis 15 Jahren voll auf ihre Kosten. Dazu beitragen wird sicherlich auch Deutschlands aktuell bekanntester Kindersänger, Volker Rosin. Ein besonderer Höhepunkt dürfte das Beschlagen eines Pferdes mit neuen Hufeisen sein. Beim Königsschießen mit Lasergewehren wird zudem wieder der beste Schütze um 18 Uhr von Stadtmajor Heinz-Joachim Pecher im Beisein der neuen Freischießen-Majestäten zum Kinder-König proklamiert. Für die jüngeren Kids kommt aber auch keine Langeweile auf. Mit dem „Spielefant“ aus Oldenburg wurde eine besondere Kinderbetreuung verpflichtet, die mit kreativen Spielaktionen, durchgeführt von erfahrenen und engagierten Betreuern,  ein Begriff in der Szene ist. Daneben sorgen Zauberei und Ballon-Modellage für Kurzweil. Außerdem werden der Nachwuchs der Freiwilligen Feuerwehr und die Weser Musikanten ihr musikalisches Können unter Beweis stellen.

    Wie gehabt bleiben der Mittwoch und Donnerstag. Am Mittwoch findet traditionell das Grünholen in den nahe gelegenen Wäldern statt, der Donnerstag steht dann ganz im Zeichen des Einbringens der Fahnen, des Ökumenisches Gottesdienstes ab 17.30 Uhr, der diesmal im Mindener Dom stattfindet, und der Serenade ab 21 Uhr auf dem Kleinen Domhof.

    Einer der Höhepunkte ist traditionell der Schlusspunkt eines jeden Freischießens: der Große Zapfenstreich. Der findet wieder vor der Kulisse des Preußen-Museums auf dem Simeonsplatz am Sonntag, 9. Juli, ab 22 Uhr statt. Auch diesmal geht man davon aus, dass mehrere tausend Besucher den Zapfenstreich nicht nur hören, sondern die tolle Atmosphäre auch optisch miterleben wollen.

    Bürgermeister Michael Jäcke hebt immer wieder hervor, dass das Bürgerbataillon zu Minden gehört, ein „Markenzeichen“ dieser Stadt und eng mit ihr verbunden ist. „Das Bataillon tut etwas für die Stadt und identifiziert sich mit Minden. Ich möchte mich in diesem Zusammenhang sehr herzlich für das Engagement der einzelnen Einheiten, für die hervorragende Organisation des Freischießens und auch für die Pflege der Traditionen bedanken! Wie sagte Oscar Wilde einmal: „Nur das Moderne kann jemals altmodisch werden.“ Dem Bürgerbataillon ist es auf beispielhafte Art gelungen, Tradition und Moderne zu verbinden.“

    Mehr Informationen auf der Internetseite "Freischießen 2017" .

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