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In Minden entsteht die nächste Klimaschutzsiedlung in NRW

15. Dezember 2020 | Minden. Klimaschutzsiedlungen sollen die wärmebedingten CO2-Emissionen und damit auch die Energiekosten in Wohnsiedlungen erheblich reduzieren und damit dazu beitragen, die Klimaschutzziele zu erreichen. 

  • Wo jetzt noch im Mindener Stadtbezirk Königstor Ackerfläche zu sehen ist, soll bald die erste Klimaschutzsiedlung in Minden und damit eine weitere von insgesamt 100 Klimaschutzsiedlungen in NRW entstehen. Die Auswahlkommission der EnergieAgentur.NRW hat das am 7. Dezember 2020 bestätigt. Das Konzept erfüllt alle Anforderungen an eine Klimaschutzsiedlung, die im Rahmen des Projekts „100 Klimaschutzsiedlungen in Nordrhein-Westfalen“ festgelegt sind. Das Projekt zeigt, wie eine nachhaltige Siedlungsentwicklung aussehen kann. 

    Hintergrund des Programms „100 Klimaschutzsiedlungen in Nordrhein-Westfalen“ ist die Zielsetzung der Landesregierung NRW, dass in Nordrhein-Westfalen einhundert Siedlungen entstehen sollen, die besonders gut das Thema Klimaschutz im Wohnungsbau umsetzen. Klimaschutzsiedlungen sollen die wärmebedingten CO2-Emissionen und damit auch die Energiekosten in Wohnsiedlungen erheblich reduzieren und damit dazu beitragen, die Klimaschutzziele zu erreichen. Das ist auch nötig - laut der Verbraucherzentrale NRW und der EnergieAgentur.NRW wird rund ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland allein für Raumwärme und Warmwasser benötigt. Damit trägt dieser Sektor einen erheblichen Anteil zu den energiebedingten CO2-Emissionen bei. 

    Die energetischen, gestalterischen, städtebaulichen, sozialen und ökologischen Anforderungen an eine Klimaschutzsiedlung sind dabei nicht zu unterschätzen: Von der Grüngestaltung über die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr bis zur Gebäudeausrichtung gibt es viele Vorgaben, die erfüllt werden müssen, um eine Klimaschutzsiedlung als solche bezeichnen zu dürfen. So sollen in Mindens Klimaschutzsiedlung beispielsweise recycelbare massive Bauteile verwendet, jedes Gebäude mit Photovoltaik ausgestattet, die Fassaden begrünt, Stellplätze mit Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge versorgt und sämtliche Gebäude im Passivhaus- bzw. 3-Liter-Haus-Standard geplant werden. Die Wohngebäude selbst sollen nach den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und der EnergieAgentur.NRW geplant werden. Das Konzept wurde vom Architekturbüro Parallel in Minden erstellt.

    Neben der Reduzierung bzw. Vermeidung von CO2-Emissionen sollen Klimaschutzsiedlungen auch besondere städtebauliche und soziale Qualitäten aufweisen. „Umso mehr freut es uns, dass sich die Wilhelm Fahrenkamp Grundstücks GmbH als Investor mit dem Konzept der Klimaschutzsiedlung durchgesetzt hat“, betont Bau-Beigeordneter Lars Bursian. „Das Konzept trägt in hohem Maße dazu bei, den Bedarf am Wohnungsmarkt im Stadtgebiet zu decken und gleichzeitig die Klimaschutzanforderungen der Stadt zu erfüllen“. Damit könnte die Klimaschutzsiedlung wegweisend für weitere Neubaugebiete in Minden werden. 

    Der Ausschuss für Bauen, Umwelt und Verkehr hat die Auswahl dieses Konzepts daher im Oktober 2020 auch einstimmig ausgewählt. Derzeit läuft das Aufstellungsverfahren für einen Bebauungsplan, bei dem die Bürger*innen viele eher kritische Stellungnahmen und Bedenken im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung zum Thema Verkehr und auch der städtebaulichen Dichte vorgetragen haben.

    „Gemeinsam mit Wilhelm Fahrenkamp, der EnergieAgentur.NRW und der Stadtverwaltung Minden arbeiten wir nun vertieft an dem Konzept weiter“, erläutert Thomas Engel vom Architekturbüro Parallel. Die EnergieAgentur begleitet das Projekt bis zur Fertigstellung.

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