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Minden mit besseren Noten beim Fahrradklimatest

1. April 2021 | Minden. Klimaschutz und Fahrradfreundlichkeit haben in der Stadt eine hohe Bedeutung. Viele Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs sind bereits  umgesetzt.

  • Mit einer deutlichen Verbesserung hat die Stadt Minden beim jüngsten Fahrradklimatest abgeschnitten, den der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) alle zwei Jahre startet. Die Ergebnisse wurden jetzt veröffentlicht. Für Minden gab es die Gesamtnote 3,8. Damit hat sich die Stadt um 0,4 Punkte gesteigert (2018: 4,2), was Lars Bursian, Beigeordneter für Städtebau und Feuerschutz, als „sehr erfreulich“ bewertete. Minden liegt in der Ortsgrößenklasse 50.000 bis 100.000 Einwohner*innen insgesamt auf Rang 36 von 110. Testsieger ist hier bundesweit Nordhorn vor Bocholt und Konstanz. In Nordrhein-Westfalen belegt Minden den 13. Platz von 46 Kommunen.

    Positiv merkten viele Befragte für Minden die Reinigung der Radwege, die Führung an Baustellen und den Spaß am Radfahren in Minden insgesamt an. Gute Noten von 2,4 bis 2,7 gab es auch für die Erreichbarkeit ins Stadtzentrum, die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer in Gegenrichtung und für insgesamt mögliches zügiges Radfahrern in Minden. Verbesserungswürdig ist nach Ansicht der Teilnehmer*innen die Mitnahme von Fahrrädern im ÖPNV. Bemängelt wurde auch, dass es kein Angebot für öffentliche Leih-Fahrräder gibt und dass die Zahl der Fahrraddiebstähle relativ hoch ist. Auch bei der Oberfläche der Radwege (Note: 4,4) ist „noch Luft nach oben“.

    „Der Fahrradklimatest ist für uns eine wichtige und nützliche Basis, um Hinweise für Verbesserungen aufzugreifen“, so Fahrradbeauftragter Michael Lax aus dem Bereich Stadtplanung. Insgesamt habe sich die Stadt stark verbessert. So zeigen in der Gegenüberstellung der Ergebnisse von 2018 zu denen aus dem Jahr 2020 fast alle Pfeile nach oben – gleich blieb lediglich die Bewertung der Konflikte mit Fußgängern und das Thema Fahrraddiebstahl. Schlechtere Bewertungen im Vergleich zu 2018 gab es keine. „Das zeigt, dass wir versuchen, auf Anregungen zu reagieren und auch eigene Planungen voran bringen wollen,“ so Lax weiter.

    Die Verbesserung der Fahrradverkehrs in Minden ist auch Teil des Mobilitätskonzeptes für Minden, welches 2016 aufgestellt wurde. Dieses bildet die Arbeitsgrundlage für die Verkehrsplanung der Stadt Minden bis zum Jahr 2031. Bereits im Jahr 2010 hatte die Stadt ein Radverkehrskonzept aufgestellt. „Fahrradfreundlichkeit und die Förderung des Radverkehrs haben eine hohe Bedeutung in Minden. Die Umstellung auf klimafreundlichere Mobilität hat Zukunft und das findet bei vielen Planungen Beachtung“, streicht Beigeordneter Lars Bursian heraus.

    Die Stadt Minden ist seit 1996 Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte des Landes Nordrhein-Westfalen (AGFS). Sie hat die Förderung des Radverkehrs und die Steigerung des Radverkehrsanteiles am Gesamtverkehrsaufkommen als besonderes Ziel gesetzt. Seitdem ist viel passiert und jedes Jahr gibt es neue Verbesserungen.
    So wurden im Stadtgebiet zahlreiche farblich markierte Schutzstreifen - auch auf Verkehrsknotenpunkten -  eingerichtet. Das soll die Verkehrssicherheit der Radfahrer*innen erhöhen und dem motorisierten Verkehr verdeutlich, dass Radfahrende hier als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer am Verkehrsgeschehen teilnehmen.

    Auch gibt es an vielen großen Kreuzungen extra Ampeln für Radfahrer*innen, die früher grün zeigen als für den Kfz-Verkehr. Es sind 2018 zwei neue Fahrradstraßen auf dem Weserradweg/der Johansenstraße sowie im Koppelweg eingerichtet worden. Auch sind Neubauten von Radwegen – am Nottorn, in der Hans-Böckler-Straße und in der Tillystraße erfolgt. Zudem wird kontinuierlich an der Verbesserung von Geh- und Radwegen gearbeitet – unter anderem an der Bergkirchener Straße, am Dützener Weg, am Klausenwall und an der Friedrich-Wilhelm-Straße. Die Zahl der Fahrradabstellplätze in der Innenstadt, an Schulen und Bushaltestellen wurde deutlich erhöht.  

    Bessere Noten bekam Minden im jüngsten Fahrradklimatest für die Verkehrsführung an Baustellen (+ 0,4  im Vergleich zu 2018). Das sei bei der Vielzahl an Baustellen ein wichtiger Aspekt, so die Verkehrsbehörde. Oft seien es nur kleine Aufbrüche, die sich im Geh- und Radwegebereich befinden, es könne aber bei größeren Maßnahmen auch zu gravierenden Eingriffen und Einschränkungen für Fußgänger und Radfahrer kommen. So tragen die Ausweisung einer ausgeschilderten Umleitung für Fußgänger und Radfahrer oder auch die Einrichtung eines barrierefreien Notweges – zum Beispiel durch Einziehung einer Fahrspur – zur Fahrradfreundlichkeit bei. 

    Nicht immer sei es leicht, bei Baustellen eine gute Lösung für alle Verkehrsteilnehmer*innen zu finden, so die Verkehrsbehörde weiter. Was viele Bürger*innen nicht wissen: Bei der Erteilung der Jahreszustimmungen für kleinere Bauvorhaben im Stadtgebiet von Minden wird in der Genehmigung auch immer auf die Empfehlungen in der Begleitbroschüre der AGFS  zur Führung von Fußgänger- und Radverkehr im Baustellenbereich. Auch wird bei größeren Bauvorhaben - wie zum Beispiel der bevorstehenden Sanierung der Nordbrücke - der ADFC zum Ortstermin mit eingeladen, um Anforderungen und Anregungen der Radfahrer*innen darzustellen. Ziel ist es stets, eine einvernehmliche Lösung bei der Verkehrsführung für Fußgänger und Radfahrer während des Bauvorhabens herzustellen.

    Bundesweit waren Bürgerinnen und Bürger vom 1. September bis 30. November 2020 aufgerufen, sich an der Online-Umfrage des ADFC für den Fahrradklimatest zu beteiligen. Hiermit wird unter anderem ermittelt, wie fahrradfreundlich eine Stadt/Gemeinde ist. Themenschwerpunkt der jüngsten Umfrage war das Radfahren in Zeiten von Corona. Die Teilnehmer*innen konnten 27 Fragen sowie fünf Zusatzfragen zu „Corona und Radfahren“ beantworten. 

    ADFC-Fahrradklima-Test fand 2020 zum neunten Mal statt – seit 2012 im Zwei-Jahres-Rhythmus. Möglich gemacht hat dieses erneut eine Förderung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Damit fundierte Ergebnisse erzielt werden können, müssen pro Stadt mindestens 50 Teilnahmen vorliegen. Bei größeren Städten sind mindestens 75 beziehungsweise 100 Abstimmungsergebnisse nötig. 426 Teilnehmer*innen – auch eine deutliche Steigerung – wurden für Minden gezählt. 

    Alle Einzelheiten zum Fahrradklimatest gibt es auf der Internetseite
    https://fahrradklima-test.adfc.de/ergebnisse.

    Pressestelle der Stadt Minden, Susann Lewerenz, Telefon 0571 89204,

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