Leben in Minden

Mietspiegel

Er ist „der Renner“ unter den Downloads der städtischen Internetseite und insgesamt stark gefragt: der qualifizierte Mietspiegel für Minden. Dieser wurde 2016 komplett neu erstellt und jetzt für zwei weitere Jahre fortgeschrieben. Er ist bis zum 31. März 2020 gültig und bietet eine Übersicht über die ortsüblichen Vergleichsmieten für den nicht preisgebundenen Wohnraum.

  • Der Mietspiegel ist ein "Gemeinschaftswerk" und wurde 2016 im Auftrag von Haus & Grund Minden e.V., dem Mieterverein Minden und Umgebung e.V., der Genossenschaft für Siedlungsbau (GSW) sowie Wohnen Minden eG, der Wohnhaus Minden GmbH, der LEG NRW GmbH und der Stadt Minden erstellt, die auch Herausgeberin ist.

    Das Bürgerliche Gesetzbuch (§ 558d Absatz 2) sieht vor, dass ein qualifizierter Mietspiegel im Abstand von zwei Jahren an die Marktentwicklung und den Preisindex anzupassen ist - Grundlage ist der vom statistischen Bundesamt ermittelte Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland (Verbraucherindex). Mit der Fortschreibung wurden die ermittelten Mieten nach dem Verbraucherpreis-Index um 2,3 Prozent angehoben.

    Für eine 65 bis 79 Quadratmeter große Wohnung in Innenstadtlage müssen – je nach Alter des Hauses – 5,48 Euro (Baujahr 1961 bis 1980) bis 6,73 Euro (Baujahr ab 2001) durchschnittlich an Kaltmiete gezahlt werden. Die Tabelle im Mietspiegel weist fünf Baualtersklassen aus. Hier ist die zu mietende oder vermietende Wohnung zunächst einzuordnen. Umfassende Modernisierungen können hingegen zu einer Veränderung der Einstufung führen. Voraussetzung ist, dass ein wesentlicher Bauaufwand betrieben wurde. Wenn zum Beispiel eine Stadtvilla aus der Gründerzeit kernsaniert und energetisch optimiert wird, könne sie in die jüngste Baualtersklasse ab 2001 eingestuft werden.

    Die Preise sind eine Orientierungshilfe, die es Mietern und Vermietern ermöglichen soll, die Mieten im Rahmen ortsüblicher Entgelte eigenverantwortlich zu vereinbaren. Zudem bietet der Mietspiegel Kostentransparenz für Menschen, die Interesse haben, nach Minden zu ziehen.

    Trotz der allgemeinen Tendenz von steigenden Mietpreisen bewege sich das Niveau in Minden weiter unter dem Landes- und Bundesdurchschnitt. Jedoch sei zu beobachten, dass die Mieten in den vergangenen beiden Jahren in bestimmten Bereichen und Segmenten „kräftig gestiegen sind“. Gefragt seien vor allem kleine Wohnungen für Alleinstehende in Innenstadtnähe, große Wohnungen für Familien sowie Wohnungen in Neubauten – ebenfalls stadtnah.

    Um auf die Bedarfe und den Markt reagieren zu können, habe die Stadt ein „Handlungskonzept Wohnen“ aufgestellt, das im März 2017 verabschiedet worden ist. Die hier formulierten Ziele sollen mit Unterstützung von Partnern umgesetzt werden. Die Stadt selbst konzentriere sich auf Bodenbevorratung und das Wohnbauflächenmanagement. Zentrales Ziel ist dabei, geeignete freie Flächen zu identifizieren, die für den Ankauf infrage kommen und auch in den Zwischenerwerb zu gehen, wie zuletzt am Deichhof in der Innenstadt und jetzt in Dützen an der ehemaligen Grundschule.

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